Detlef Haus

"Natürlicher Verstand kann fast jeden Grad von Bildung ersetzen, aber keine Bildung den natürlichen Verstand."
- Arthur Schopenhauer -



Eine Ahnung von Leben/ A Sense of Life


Na dann viel Glück!


Mehr geht nicht?



Schreibe mir eine Mail, mit Fragen oder Anregungen.



Ich wurde am 01. August 1962 in Wismar geboren. Nach der Lehre im Chemiekombinat 'Piesteritz' und der Armeezeit bei der Marine studierte ich im Fernstudium 'Energieanlagentechnik' an der TU Dresden.
Das Interesse an politischer Bildung wurde durch die Politisierung des gesamten gesellschaftlichen Lebens in der DDR schon früh geweckt. Mein erster Roman „Eine Ahnung von Leben“ reflektiert diese Erfahrung mit den Lebensverhältnissen in der DDR. Die Zeit der politischen Wende um 1989 und eine kurze Zeit darüber hinaus im neuen gemeinsamen Deutschland habe ich mitverarbeitet, und versuche in der Summe einen tieferen Einblick über meine persönlichen Erfahrungen hinaus zu geben.
Mein Interesse lag und liegt aber nicht nur im politischen Umfeld, sondern streift auch philosophische Kategorien, die natürlich durch das vorgefundene gesellschaftliche Erleben in enger Verbindung mit dem persönlichen Erleben wesentlich beeinflusst wurden. So entstand mein zweites Buch, dass sich mit verschiedenen Fragen des ‚glücklich seins‘ beschäftigt und einige Aspekte dieses umfangreichen Themas in thematische Zusammenhänge stellt. Der Titel „Na dann, viel Glück!“ soll der Hoffnung Ausdruck geben, dass jeder dann das Beste aus seinem Leben macht, um schlussendlich irgendwie ‚glücklich zu sein‘.
Mein drittes und derzeit letztes Buch sucht im wesentlichen Antworten auf die Frage, warum das heutige gesellschaftliche Leben mit den immer größer werdenden Problemfeldern in fast allen Lebensbereichen nur diese 'negative' Entwicklung nehmen konnte. Wir stehen uns oftmals selbst im Wege, und je mehr Übung wir darin bekommen, umso unerfreulicher wird die zukünftige Entwicklung. Hier stelle ich die Frage an die Zivilgesellschaft als Ganzes: „Mehr geht nicht?“ Die Zukunft lässt uns erahnen, nein, eigentlich wissen wir es schon, dass das Erreichte nicht ausreichen wird, um in dieser Zukunft zu bestehen.


Einleitung in das Thema

Wie wird mein Leben aussehen, was mache ich aus mir? „Du kannst dir alles aussuchen, nur nicht deine Familie“, sagte mein Onkel. „Da wirst du reingeboren, das ist weder dein Verdienst noch deine Schuld. Du kannst Glück oder Pech haben“. Ich hab das nie ganz geglaubt. Was ist mit der Gesellschaft? Gibt sie dir alle Möglichkeiten? Vielleicht, aber es geht nie ohne Probleme und Rückschläge. Es kommt aber der Tag, wo du über dich selbst bestimmst und deine eigenen Geschicke lenkst. Dann ist keiner außer dir für deine Fehler und deine Erfolge verantwortlich. Endlich hast du deine Freiheit. Du dachtest alles war gut, aber in Wirklichkeit war vieles verkommen und nun hast du es erkannt und kannst endlich leben.ebook: 348 Seiten
ISBN: 978-3-98551-691-9
Hörbuch: 8 h 42 min
ISBN: 406-1-70754-201-5
Verlag: Feiyr (01. Juni 2021)
Sprache: Deutsch
Hinweis: Buchdruck habe ich beendet!


Inhalt:Ein Ausflug
Das Dorf
Die neue Schule
Die Flucht
Piesteritz
Urlaub in Sotschi
Das Vorspiel
Die Offiziersschule
Der Grundwehrdienst
Vor Kühlungsborn
Kühlungsborn zum Ersten
Das Studium
Kühlungsborn zum Zweiten
Das Theater
Die Werft
In Neubrandenburg
Der Anfang vom Ende
Eine Weiterbildung
Der Start in die Marktwirtschaft
Die neue Firma
Ein sorgenfreier Alltag
Sand im Getriebe
Fluchttherapie nach Malta
Der Abgesang
Frei sein in Singapur
Fliegen
Aufwachen



Audioausschnitt aus dem Hörbuch:

auf Online- Portalen (z.B. spotify, audible) sind immer Audiosequenzen hörbar


Einleitung in das Thema

Was ist Glück? Wie wird man glücklich? Kann man das Glück bewahren? Solche und ähnliche Fragen haben wir uns alle schon ab und an gestellt.
Ob bewusst oder unbewusst, wir streben alle nach dem Glück. Seit der Antike versuchen sich Philosophen, Schriftsteller und andere zeitgenössische Persönlichkeiten an der Analyse zum Glück. In der Moderne hat sich mit der Glücksforschung ein wissenschaftlicher Ansatz etabliert, um die Geheimisse des Glücks vom einzelnen Menschen und das ganzer Gesellschaften zu ergründen.
Meine Gedanken streifen an einigen Themen des Glücks entlang und versuchen einzelne Aspekte in einen Zusammenhang zu bringen.
Taschenbuch: 98 Seiten
Verlag: united p.c. (29. August 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3710333296
ISBN-13: 978-3710333293


Inhalt:
Einleitung 6
Was ist Glück? 13
Definitionen der Menschen 18
Glücksfaktoren 20
Glücksstoffe und mehr 23
Glücks Zitate 29
Die Klassiker der Antike 34
Glück in der Moderne 41
Demokratie und Glück 50
Was macht glücklich? 54
Die Frage nach dem Sinn 61
Was macht unglücklich? 63
Umfragen und ihre Bedeutung 73
Verantwortung und Glück 79
Symbole, die Glück bringen 86


Einleitung in das Thema

Manchmal denke ich, die Welt ist verrückt geworden. Ob nun gleich nebenan in Deutschland oder irgendwo auf unserem Planeten. Schlechte Nachrichten sind allgegenwärtig und die guten Nachrichten werden scheinbar immer weniger. Ein Anschlag dort, eine Finanz- und Wirtschaftskrise in Erwartung und natürlich unzählige kriegerische Auseinandersetzungen.
Sind nur wir das persönlich mit unseren menschlichen Schwächen, die zu mehr nicht in der Lage sind, oder begleiten uns Lebensumstände, die all das ‚Schlechte‘ in fast allen Zeiten der gesellschaftlichen Entwicklung befördern. Es muss sich eine Spur zur Klärung finden lassen.
ebook: 126 Seiten
Verlag: Feiyr (15. Mai 2021)
Hinweis: Buchdruck habe ich beendet
Sprache: Deutsch
ISBN: 978-3-98551-976-7


Inhalt:
Tagesnachrichten 4
Als alles begann 11
Erste ökonomische Parameter 18
Der Sinn des Staates 22
Wertvorstellungen im Wandel 32
Der Abschied vom Sinnvollen 46
Alte Banken, neue Finanzmärkte 52
Alte und neue Abhängigkeiten 61
Fehlentwicklungen in der Finanzwirtschaft 70
Ungleichverteilung und keine Lösung 76
Andere Hindernisse 87
Die Steuermänner 95
Steuerungsmittel 105
So sollte es sein 108
Utopia oder andere Alternativen 114
Fazit 121
Biografische Angaben 124


Piesteritz
Ende August 1979 war es nun soweit. Die Reise in mein neues Leben stand bevor. Als Treffpunkt für den Sammeltransport wurde meine alte Schule in Neuburg benannt.
Noch gestern und auch in den Wochen zuvor hatte ich diese Vorfreude auf eine Art unbekanntes Abenteuer gespürt, heute Morgen um 6 Uhr war davon nichts mehr zu merken. Ich fühlte eher ein Unbehagen, die kleine bekannte Welt, die mich umgab, zu verlassen und diese Reise ins Ungewisse zu wagen, dazu noch über 300 Kilometer von zu Hause entfernt.
Mein Vater brachte mich mit meinen Koffern zum vereinbarten Treffpunkt, und ich versuchte, mir meine Gemütslage nicht anmerken zu lassen. Natürlich klappte das nicht wirklich, und mir war klar, dass es selbst meinem Vater, der durch den Krieg ähnlich früh sein Zuhause verlassen musste, nicht viel anders ging.
Wahrscheinlich kam bei ihm noch dazu, dass er seine damaligen Erlebnisse in irgendeiner Form mit meinen zukünftigen Erlebnissen assoziierte. Darüber dachte ich dann aber auch nicht weiter nach, zumal es ja auch in keiner Weise der Realität entsprach, hoffte ich zumindest.
Michael war schon da, und da der Bus ziemlich pünktlich war, ging es dann auch schnell los. Jeder versuchte, den Abschied so selbstverständlich wie möglich zu gestalten und das machte es leichter. Ich war froh, dass Michael noch mit dabei war. Über lange Zeit hatte es so ausgesehen, als ob er seine Berufsausbildung in Rostock absolvieren würde. Es sollte doch anders kommen, und darüber war ich sehr froh.
Nach einer halben Stunde nahmen wir die nächsten Mitstreiter in Neukloster auf. Es war spannend, die Fragen „Wie viele sind es, was sind das für Typen und sind auch Mädchen dabei?“ endlich beantwortet zu bekommen.
Zum Schluss war es, wie erwartet, eine deutliche Übermacht an Jungen, Mädchen waren an technischen Berufen offensichtlich nicht so interessiert. So richtig verstehen konnte ich das nicht, aber es schien eine Art Naturgesetz zu sein. Die Hoffnung war allerdings berechtigt, dass das an der Berufsschule nicht so weiter ging. Wir wussten, dass dort eine Vielzahl von Berufen ausgebildet wurde.
Nach gefühlten zehn Stunden im reichlich unbequemen und lauten Ikarus-Bus, die tatsächlich nur sechs Stunden waren, kamen wir in Piesteritz, einem Industriestandort nahe der Stadt Lutherstadt Wittenberg, an. Die sechsgeschossigen Wohnheime lagen an der Rothemarkstraße, die sich in Form einer langen S-Kurve direkt an einem kleinen Waldstück entlang schlängelte. Die Zimmervergabe war straff organisiert, und so gab es auch nicht viel Spielraum, um eine gewisse Einflussnahme auf die Zimmernachbarn zu haben.
Zu meinem Leidwesen stellte ich fest, dass ich weder mit Michael, noch mit einem der anderen Mitfahrer aus dem Bezirk Rostock auf ein Zimmer kam. Nicht einmal die Etage war die gleiche. Zu allem Überfluss wurden ich und ein anderer „Sprutz“ auf ein Zimmer mit Lehrlingen aus höheren Ausbildungsjahren zusammengelegt.
Ich hatte von meinem Cousin von diesem System der „gestaffelten“ Zimmerbelegung bei der NVA gehört, ohne jedoch so richtig zu verstehen, was dahinter steckt. Das sollte uns dann schnell klar werden. Es setzte mit Betreten des Zimmers genau diese geschilderte Art von EK-Bewegung (EK-Entlassungskandidat) ein, die bei der NVA so gefürchtet war.
Da war der raue Umgangston noch das kleinste Problem, zumal ich gar nicht verstand, warum Mitstreiter, nur weil sie ein oder zwei Jahre vor mir da waren, sich dermaßen blöde verhielten. Ich wusste aber auch, dass ich, so schwer es auch fiel, diese Situation nicht ändern konnte.
Ich hatte also das erste Mal so richtig Heimweh. Nach einigen verbalen sowie auch körperlichen Auseinandersetzungen konnte ich in Abstimmung mit der Heimleitung mein Zimmer wechseln. Das sollte aber Zeit haben, bis wir aus dem GST-Ausbildungslager zurück waren.
Die Gesellschaft für Sport und Technik, einfach nur GST genannt, war eine dieser vielen Massenorganisationen, die wir schon aus den letzten beiden Schuljahren an der POS kannten. Seit 1978 war die Teilnahme am Wehrunterricht für Jungen und Mädchen Pflicht.
Ich glaube, die meisten haben früh verstanden, dass man gut beraten war, an dieser vormilitärischen Ausbildung im Sinne der späteren Entwicklungsmöglichkeiten teilzunehmen. Da sich die Teilnahme für mich und meine Mitstreiter nahtlos in das Selbstverständnis der Notwendigkeiten des sozialistischen Lebens einfügte, zumal ein wesentlicher Bestandteil der Ausbildung die körperliche Ertüchtigung mit Spiel und Wettbewerb zum Inhalt hatte, war auch eine gewisse Vorfreude auf das Lager vorhanden.
Es war in jedem Fall eine ausgezeichnete Gelegenheit, die einzelnen Charaktere schon mal etwas genauer kennenzulernen und letztendlich zu sondieren, wer neben Michael ein guter Kumpel in der Fremde werden könnte und vor allem, mit wem ich auf ein Zimmer ziehen wollte. Es standen immerhin zweieinhalb Lehrjahre auf dem Programm, in denen auch der Spaß nicht zu kurz kommen sollte.
Gerade die Struktur des Lagers mit den Uniformen, den Diensträngen und Leistungsnadeln sollte sich als so sinnvoll erweisen, wie ich es erwartet hatte.
Die unteren Dienstränge sollten verteilt werden. Diese Neigung und der Wille, andere zu führen, über sie bestimmen zu können, entsprachen nicht meinem Wesen. Führen setzt Qualität und Kompetenzen voraus, wer konnte die von uns schon haben?
Zugegeben, der Gedanke daran entbehrte nicht eines gewissen Reizes, aber ich konnte diesem ohne Anstrengung widerstehen. Andere konnten das nicht, und das konnte meiner Auffassung nach nur mit angeborenen Fähigkeiten oder maßloser Selbstüberschätzung zu tun haben. Ich entschied mich bei der Einschätzung der Auserwählten dann eher für die zweite Variante.
Einen besonderen Blick verdienten die Mädchen. Wenn die Mädchen schon nicht zur NVA mussten, dann fanden wir die Entscheidung gut, sie zumindest in dieses GST-Lager mitzunehmen und so ‚wehrtüchtig‘ zu machen.
Nachdem sich die spätere Clique gefunden hatte, entspann sich immer wieder eine fantasiereiche Diskussion um die Möglichkeiten, die sich jeder bei der einen oder anderen ausrechnete. Die Dreifaltigkeit Schule – Sport - Mädchen gehörte scheinbar nicht nur in der POS-Zeit von Michael und mir und den zu Hause verbliebenen Kumpels zum Standardprogramm, die Mitstreiter in der neuen Clique sahen diese Notwendigkeiten offensichtlich genauso.
Die zwei Wochen vergingen mit Wehrübungen, Märschen und Spielen, wobei mir ein Fußball-spiel in besonderer Erinnerung blieb. Nicht etwa, weil wir außergewöhnliche Spielzüge oder gar taktische Meisterleistungen vollbrachten, sondern nur, weil sich durch einen einfachen Zuruf von Peter, der in Neukloster nahe meines Heimatortes zugestiegen war, eine gegenseitige Aufmerksamkeit ergab, die später in einer guten und stabilen Freundschaft münden sollte.
Es war eine Kommunikation im Affekt, wie sie bei Ballspielen oftmals vorkommt. Ein Wortfetzen wie „Gib ab“ ließ mich den Ball zum wild laufenden Peter spielen. Peter wunderte sich, dass sein Ruf zu einem Ergebnis führte, und ich wunderte mich, dass ich abgespielt hatte.
Meine zehnjährige Fußballerfahrung im Punktspielbetrieb, wenn auch bis dahin nur in einer aufstrebenden Dorfmannschaft, führte mindestens dazu, dass ausgewiesene Nichtfußballer sofort als solche identifiziert wurden und in Folge mit Missachtung gestraft wurden.
Es musste aus einer gefühlten Überlegenheit kommen, bei der wahrscheinlich der Wunsch der Vater des Gedanken war.
Ich habe später beim Ausprobieren anderer Sportarten ein ähnliches Verhalten selbst bei guten Freunden und Bekannten festgestellt. Das war in Ordnung, ich konnte die Gründe nachvollziehen.
Peter war jedenfalls dieser Nichtfußballer in meinem Sinne, und deswegen war ich über mich selbst erstaunt. Im Grunde war er ein sehr sportlicher Typ, aber durch seine Leidenschaft, den Handball, wie ich später erfuhr, waren Bewegungsabläufe, das Raumgefühl und die natürlicherweise anders zu nutzenden Gliedmaßen der offensichtliche Grund für meinen Eindruck. Von diesem Moment an sollten wir uns nicht mehr aus den Augen verlieren.
Endlich saßen wir im Zug. Nach den zwei Wochen wollte jeder nur noch nach Hause. Mir kam diese Zeit ewig vor. Auch wenn ich mit Freunden in den Jahren zuvor immer mal wieder im Ferienlager oder Zelten gewesen war, so war es dieses Mal anders.
Die gedankliche Umkehr, nun nicht mehr von zu Hause irgendwohin und zurück zu fahren, sondern von irgendwo nach Hause und zurück, fühlte sich unheimlich erwachsen an. Neben diesem Gefühl war aber das Kind in mir offensichtlich noch so präsent, dass Heimweh ein großer Teil des Antriebs für die anstehenden acht Stunden Zugfahrt war.
Wir und viele andere unserer Kumpels okkupierten geradezu den Zug von Halle nach Berlin. Die ganze Region um Halle/Leipzig war mit chemischen Großbetrieben übersät, sodass die Züge mit „Heimkehrern“ überfüllt waren. Das hörte für uns erst in Bad Kleinen auf, die vorletzte Umsteige vor der Heimat.
Gerade in Berlin war das Chaos groß, zu den Lehrlingen und sonstigen Reisenden kamen auch noch die ganzen Bauarbeiter dazu, die in den achtziger Jahren Berlin zu neuer sozialistischer Blüte verhelfen sollten.
Hier verloren sich dann die meisten Kumpels in alle Himmelsrichtungen. Die Fahrten von Berlin nach Wismar erwiesen sich oftmals als besondere Herausforderung. Die Züge waren nicht nur ständig überfüllt, sondern waren auch mit den erwähnten, unzähligen, meistens gut mit billigem Fusel oder Bier vollgedröhnten Bauarbeitern besetzt.
Auf den Baustellen schien ein rauer Ton zu herrschen, den viele der Heimkehrer im Zug nicht wirklich ablegen konnten, und so kam es immer wieder zu Pöbeleien, bei denen wir gegen diese rauen Burschen natürlich keine Chance hatten. Schlussendlich ging auch das vorbei, wie glücklicherweise alles Belastende immer wieder zu Ende geht und in der Erinnerung verblasst.
Zu Hause wartete das Gute auf uns. Nicht nur das Wiedersehen mit den Eltern, die wir drei Wochen zuvor in abenteuerlicher Stimmung verlassen hatten, sondern besonders das Wiedersehen mit den alten Schulkameraden, die natürlich fast alle das gleiche Gefühl für diese Art von Wiedervereinigung hatten, auch wenn die meisten doch eher im Bezirk Rostock eine Lehrausbildung absolvierten.
Nun verschaffte uns genau diese große Entfernung, die bei der Zugfahrt selbst bis zu einem gewissen Grad schön und dann nur noch lästig war, dieses zusätzlich gute Gefühl von der großen weiten Welt. Und so schön die ersten Heimreisen mit den Tanzveranstaltungen im Kulturhaus oder den Faschingsfeiern im „Blauen Bock“ in Neuburg auch waren, so uninteressant entwickelten sich diese in den weiteren Jahren, und wir fuhren immer seltener nach Hause, um vor allem nur noch die Familie wiederzusehen.
Das Leben war mit all den neuen Möglichkeiten in Piesteritz um vieles interessanter, und die noch vor kurzer Zeit so vermisste Heimat kam uns langweilig und öde vor. Es schien dort irgendwie alles stillzustehen und gefühlt noch viel mehr als ohnehin schon.
Wie konnte das sein? Piesteritz war nicht nur grau, wie der größte Teil der Städte und Dörfer, Piesteritz war schmutzig und verpestet dazu. Das Chemiewerk machte die ganze Region so unnatürlich schmutzig, dass es geradezu grau-sam war.
Unsere Ankunft im Nebel, der keiner war, sondern eine mit Rauchgasen geschwängerte Luft, die zusätzlich durch Ammoniakdämpfe angereichert war und einen Brechreiz erzeugte, war schlimm. Und trotzdem war das Neue an sich und vor allem die Aussicht auf schöne Zeiten dominant, sodass diese Randerscheinungen im besten Fall zu Anfang eine Rolle spielten, kurze Zeit später waren sie ohne Bedeutung.
Hier zählte das Leben, und das sollte seine ganze Vielfalt entwickeln.
Aller Anfang ist schwer, und Lehrjahre sind keine Herrenjahre, wie meine Eltern bei jedem Anflug von stöhnender Klage, die hin und wieder einfach sein musste, bemerkten.
Die Erkenntnis, dass gerade das erste Vierteljahr, das ausschließlich aus Metallarbeiten bestand, für meine späteren handwerklichen Fähigkeiten von großem Wert war, stellte sich in dieser Zeit natürlicherweise nicht ein. Auch wenn der Spaß an der Werkbank deutlich auf der Strecke blieb, so schafften wir mal mehr, mal weniger präzise bearbeitete metallene Gegenstände, die zumindest mich am Ende jeder Arbeit, nicht unbedingt abhängig von der Note und den Kommentaren der Lehrmeister, mit dem Gefühl des Erfolges zurückließen.
Den Gefallen an metallenen Gegenständen bin ich nie wieder losgeworden. Je filigraner gearbeitet oder gegossen, desto mehr konnte ich der Kauflust kaum widerstehen.
Die praktische Ausbildung fand gegenüber dem Haupttor, getrennt durch die Hauptstraße von Piesteritz, in einem Barackenkomplex am Ein-gang zum Süd-Werk des Chemiekombinates statt. Wir trugen einheitliche Arbeitskleidung mit einem Stoff- Aufnäher der Berufsschule des volkseigenen Betriebes VEB Stickstoffwerkes Piesteritz, der einen Dünger streuenden Arbeiter darstellte, in dunkelblauer Farbe.
Sie erinnerte ein bisschen an die Arbeitskleidung aus irgendeinem Straflager.
Dieser Eindruck war nicht unbedingt ein Widerspruch zu den Örtlichkeiten des schmutzig- schaurig aussehenden Süd-Werkes. Wir wussten, dass der Ursprung des Werkes in den zwanziger Jahren lag. Objektiv gesehen konnte der Zustand des Werkes auch nur aus dieser Zeit herrühren, tatsächlich wurden aber auch neue Gebäude dazu gebaut. Ein Unterschied war aber nicht mehr zu erkennen.
Die unzähligen Backsteingebäude waren mit verschiedenen Chemieanlagen wie Karbidöfen und Salpetersäureanlagen aber auch mit seltenen Erden, phosphorsauren Salzen und anderem vollgestopft, die all die Gebäude, Geländer und Wege mit einer undefinierbaren Schicht belegten. Es war eine Art Endzeitstimmung, die all dies ausstrahlte, und es war für mich bis dahin unvorstellbar, dass es diese Art von Industrielandschaften überhaupt gibt. Die Labyrinthe in- und außerhalb der Gebäude waren von dieser erstaunlichen Vielfältigkeit, wie sie nur durch immer wieder neue Anbauten und Veränderungen möglich sind.
Es dauerte, als die Praktika in den Bereichen anfingen, eine ganze Zeit bis wir die richtige Orientierung hatten. Das Süd-Werk hatte natürlich auch eine Kantine, und es war erstaunlich, wie die schmutzigen, grauen Arbeiter den Farben der Gebäude ähnelten.
Eigentlich war es eine perfekte Symbiose, die allerdings beim Essen ihre positive Wirkung verfehlte. Die einzigen Farbkleckse in dem Essenssaal kamen vom Essen selbst. Es gab nichts, was ich zu Hause nicht gegessen habe, und Mutter servierte Gerichte, die rein äußerlich nicht zur gesunden Gourmetküche gehörten, auch wenn durch ihre wahren Kochkünste der Geschmack nie zu kritisieren war. Ich wurde jedoch an meiner neuen Wirkungsstätte vor wirklich neue Herausforderungen gestellt, die ich erst im Laufe der Zeit meistern konnte.
Hinzu kam die für mich unerklärliche Vorliebe für Kümmel, die mir schon als eine Art Obsession erschien. Es gab nichts ohne dieses Gewürz, und somit wurden Speisen, die für mich geschmacklich eigentlich gut essbar gewesen wären, zur Zumutung degradiert.
Ich habe diese Vorliebe für ein Gewürz nie wieder so erlebt.
Aber frei nach dem Sprichwort:„ Der Mensch ist ein Gewohnheitstier“ stellt sich genau diese Gewohnheit irgendwann ein, und somit sahen wir weder das schmutzige Grau, noch dachten wir an die sechs zirka ein Meter Durchmesser großen Rohre, aus denen 24 Stunden eine undefinierbare Höllenbrühe in die Elbe floss, noch störte uns das kümmelverseuchte Essen in der Kantine wirklich.
Wir waren zusammen, hatten unsere Themen, genossen die Freiheit, kreierten uns eine Art zweites Zuhause mit dem größten Luxus, den wir uns vorstellen konnten, nämlich Sport, Mädchen, eine Ausbildung, die Spaß machte sowie eine materielle Gleichheit, die genau diese trennende Komponente des Materiellen zur Bedeutungslosigkeit negierte.
Vom Wohnheim bis zur Berufsschule, die schräg gegenüber der praktischen Ausbildungsbaracke lag, waren es ungefähr drei Kilometer. Die erste Zeit gingen wir die Strecke, die morgens 30 Minuten dauerte und am Nachmittag mit unserem Schlenderschritt doppelt so lang war, zu Fuß. usw...


Demokratie und GlückEine Erkenntnis außerhalb von ökonomischen Betrachtungen ist besonders motivierend, auch wenn für diese Einschätzung eigentlich der normale Menschenverstand vollkommen ausreichend ist: Menschen in Ländern mit hoher Toleranz und umfangreichen Mitbestimmungsmöglichkeiten sind glücklicher als in Ländern, wo beides weniger verbreitet ist.
Diese Erkenntnis gilt besonders in dem Wahnsinn, den es im Kampf der Religionen und somit in der Analyse um die ‚besseren‘ Herrschaftsformen im 20. Jahrhundert und eskalierend im 21. Jahrhundert gibt. Ich kann nicht erkennen, wo außerhalb der Demokratie als Herrschaftsform, die im Wesentlichen davon ausgeht, dass die Macht und die Regierung vom Volk ausgehen, auch nur eine Alternative besteht. Diktatoren neigen eher zur Selbstbefriedigung ihrer Bedürfnisse und mit diesem Hintergrund ist es schwierig und gleicht der Wahrscheinlichkeit beim Lotto spielen, einen ‚guten‘ Diktator zu finden. Menschen, die die Demokratie als Gesellschaftsform in Frage stellen, haben diesen Zusammenhang möglicherweise noch nicht richtig verstanden.
Nun gibt es in dieser Definition der Demokratie als eine Voraussetzung, um Glück für viele Menschen überhaupt erlebbar zu machen, eine Art Grauzone. Diese Grauzone sehe ich in der Interpretation des Begriffs ‚Demokratie‘ selbst. Das Wort beschreibt die Herrschaftsformen, die politische Ordnungen oder die politischen Systeme, in denen die Macht und die Regierung vom Volk ausgehen, zunächst nichts weiter. Eine konkrete Umsetzung in gesellschaftliches Leben ist im Detail noch nicht beschrieben.
Nun ist es mit der Einschätzung von Demokratie nicht so einfach. Selbst zwischen Demokratien, deren Wahrhaftigkeit außer Frage stehenden, gibt es unterschiedliche demokratische Niveaus, und dadurch wahrscheinlich auch unterschiedliche Ergebnisse in den Glücksvergleichen. Um einen Großteil der Länder der Erde mit diesem Hintergrund vergleichen zu können, wurde ein „Demokratieindex“ geschaffen. Um diesen Index zu bestimmen, musste nochmals zwischen „Demokratie- und Regimetypen“ unterschieden werden. Als Ergebnis kommt jedes Jahr für 167 Länder der Erde eine aktuelle Übersicht heraus.
Für 2016 sah das folgendermaßen aus:
(Hier ist im Buch eine Statistik!)
Nimmt man sich, davon ausgehend, die internationalen Glücksvergleiche zur Hand, dann ist festzustellen, dass genau die Länder mit ausgeprägten Demokratien, die auf wundersame Weise auch die wirtschaftlich stärksten sind, die glücklichsten Menschen haben. Mit dieser Logik ist es schwer verständlich, dass Umfragen, wie eine aktuelle der Friedrich-Ebert-Stiftung zur ‚Demokratiezufriedenheit‘, doch schlechte Zustimmungsergebnisse in Deutschland als Ergebnis präsentieren müssen. Wie nicht anders zu erwarten gibt es Unterschiede zwischen Ost und West. 67% der Menschen im Westen und 54% der Menschen im Osten findet die Demokratie gut, der Rest nicht so sehr. Da kommt gerade bei dem schlechten Wert der Menschen aus dem Osten die Frage auf, ob die nach Definition der Regime-Typen untergegangene DDR, die sicher nur als ‚unvollständige Demokratie‘ einzustufen war, nach 27 Jahren nun doch der bessere Staat war. Eine gewisse Verklärung ‚der guten alten Zeit‘ und der ein oder andere Erinnerungsfehler (gerade in ökonomischer Sicht) haben sicher auch ihren Anteil an den schlechten Umfrageergebnissen.
Bezogen auf die Menschen aus dem Osten, die eine, wenn auch von ‚oben‘, erzwungene Vereinfachung des Alltagslebens durch einfachen Mangel an vielen Dingen erleben mussten, hatte möglicherweise dieser überall erlebte Mangel positive Auswirkungen auf das ‚Glück‘. Diese These hört sich eigenartig an, aber außerhalb von Parteiversammlungen, angeordneten Demonstrationen und dem Frust im Wesentlichen nur im Ostblock Urlaub machen zu können, war das Alltagsleben aber sehr immateriell im Vergleich zu heute. Es gehörten demzufolge auch nicht viele ‚Dinge‘ dazu, um einen Glücksmoment zu schaffen. Ohne es zu wollen, hat das stagnierende Wirtschaftswachstum die Chancen auf das ‚Glück‘ zumindest teilweise erhöht. Hier wurde im Grunde ungewollt ein Beweis für Kritiker der Wachstumstheorie angetreten, dass eine gewisse Abkehr von dem Slogan „höher, schneller, weiter“ nicht unbedingt nachteilig für die Suche nach dem ‚subjektiven Wohlbefinden‘ sein muss.
Es ist eigentlich kaum zu glauben, aber mit dem Hintergrund, dass über materielle Besitzstände, die noch dazu relativ gleich verteilt waren, kein besonderes Glücksgefühl erzeugt werden konnte, bleibt dann zum ‚Glück‘ vor allem die Befriedigung der schon erwähnten “psychischen Grundbedürfnisse”. Gerade in einer immer komplizierter werdenden Welt erinnern sich scheinbar viele gerne daran zurück.
Es ist leider nur ein bisschen wie im Märchen, in Wirklichkeit lebt jeder nur im ‚Jetzt‘ und muss vor allem in der Gegenwart sein Glück suchen. Das nach Kahneman ‚erinnerte Glück‘ ist als Grundrauschen wichtig und gibt auch ein wohliges Gefühl, aber es liegt eben in der Vergangenheit.


Utopia oder andere AlternativenNun wird es schwierig bis unmöglich. Alleine bei dem Begriff der Utopie möchten sich ganz sicher alle Realisten uninteressiert abwenden, denn warum sollte man sich mit wirklichkeitsfernen oder fantastischen Wunschvorstellungen beschäftigen, die dann sowieso nicht zu verwirklichen sind. Das trifft umso mehr zu, wenn sich diese Utopie auf gesellschaftliche Veränderungen bezieht. Hätte sich beispielsweise Friedrich Engels mit dem Begriff Utopie realitätsnaher auseinandergesetzt, wäre vielleicht einiges anders gelaufen. In seinem Werk „Die Entwicklung des Sozialismus von der Utopie zur Wissenschaft“ werden die Entstehung und die Entwicklung des wissenschaftlichen Kommunismus dargestellt. Vielleicht ging hiermit das Legen der falschen, oder besser gesagt, unrealistischen Fährte zur Schaffung eines neuen und besseren Gesellschaftssystems los. Der Sozialismus, der die Natur des Menschen nicht in ausreichendem Umfang berücksichtigt hat, war es nachgewiesener Maßen dann doch nicht, auch wenn es ein schöner Traum war und bleibt. Das heutige wirtschaftspolitische System ist erwiesenermaßen kein Traum und auch kein Paradies. Es trägt aber auf jedem Fall dem Individuum mit seinen Antriebsmechanismen Rechnung, und das ist schon eine ganze Menge. Genug ist es aber in keinem Fall, nicht heute und nicht in der Zukunft.
Neben der Auseinandersetzung, welche politische, welche wirtschaftliche, welche ökologische und zusammenfassend, welche ideologische Ausrichtung die richtige ist, geraten immer mehr die Grundlagen für das ‚Leben‘ insgesamt aus dem realen Fokus. Ich meine die Umwelt und die Ressourcen der Erde, die unsere gemeinsame Basis bilden. Es ist bei der Bedeutung dieses Themas für die Zukunft höchst erstaunlich, wie zögerlich die Menschheit die Bewältigung dieser entscheidenden Frage angeht. Natürlich haben Wissenschaftler, Politiker und auch zukunftsorientierte ‚Normalbürger‘ die Zeichen der Zeit erkannt und handeln nach ihren beschränkten Möglichkeiten. Es ist nur der Lauf gegen Windmühlen und spätestens hier schwächelt das Demokratiesystem mit den realen Wertvorstellungen deutlich. Wir kennen es schon: ‚Das Sein bestimmt das Bewusstsein. ‘ Das bedeutet im Wesentlichen, dass die Menschen in heutigen Gesellschaften den Tauschwerten eine überhöhte Bedeutung beimessen. Im Kapitel ‚Wertvorstellungen im Wandel‘ bin ich näher darauf eingegangen. Die ‚Dinge‘ auf der Erde, die den natürlichen Reichtum darstellen und das Leben nicht nur möglich, sondern lebenswert machen, besitzen im Wesentlichen keinen Tauschwert. Der Wald, die Atmosphäre, das Meer oder die Flüsse. Das alles besitzt ‚nur‘ einen Lebenswert, der von vielen Menschen zu gering geschätzt wird, weil es nicht unmittelbar den Wertvorstellungen vom Tauschwert entspricht.


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6. Dörte Hansen; ,Mittagsstunde,
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7. Bonnie Garmus; ,Eine Frage der Chemie,
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8. James Kestrel; ,Fünf Winter,
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9. Oliver Hilmes; ,Schattenzeit,
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10. Gusel Jachina; ,Suleika öffnet die Augen,
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11. Dirk Oschmann; ,Der Osten: eine westdeutsche Erfindung,
Kommentar: Wer das Buch (und ähnliche) nicht gelesen hat, kann über den Osten Deutschlands kein ernst zu nehmendes Urteil abgeben.
12. Ulrich Wickert; ,Angst vor Deutschland'
Kommentar: Für alle, die Deutschland besser verstehen wollen.
13. Ernest Hemingway; ,Der alte Mann und das Meer,
Kommentar: Einfach tiefsinnig.

We take our time in finding our way back to one another. How many more years will it take, I wonder?
When I cross the old border, I sometimes feel at home, and at other times as though I have stepped into a different country.
Countless times we have spoken, within the family and among friends, about the reasons for this recurring sensation, yet we have never moved beyond tentative attempts at explanation.
Told stories, not abstract or depersonalized, but lived and spoken, can help.
Not only the one who has lived the life in question, but also the “other,” the one who listens or reads. It is no simple task, yet to listen, and to allow the words to work upon oneself, is one possible path.
Particularly for the older generation, ideologically entrenched, who endured the madness of division.
And, in a quieter way, for the younger generation too, who must bear so many inherited ‘truths’.
And yet, despite everything, life remains wonderfully compelling; without its fractures, its lessons would be quite different — and I would not have wished to forgo them.
Thus the audiobook A Sense of Life is precisely the kind of narrative that offers the deeper understanding we Germans so greatly need.
ebook: 348 Seiten
ISBN: 9783691111200
Verlag: Feiyr (16. Februar 2026)
Sprache: Englisch

I was born on August 1, 1962, in Wismar. After finishing my apprenticeship at the chemical plant “Piesteritz” and completing my military service in the Navy, I studied Energy Plant Engineering by distance learning at the Technical University of Dresden.
My interest in political education was sparked early on by the strong politicization of everyday life in the GDR. My first novel, A Sense of Life, reflects that experience and explores what life in East Germany was really like. The political changes around 1989 and the early years of a reunified Germany also found their way into my writing, as I tried to go beyond my own story and offer a deeper perspective on that time.
But my interests do not end with politics. I have also been drawn to philosophical questions about meaning and happiness that, of course, are deeply shaped by both social and personal experience. That is what inspired my second book, which looks at different aspects of what it means to be happy and connects them in a broader context. The title, Well Then, Good Luck! expresses my hope that each of us can make the most of life and, in our own way, find happiness.
My third and so farthest, latest book focuses mainly on why today’s society, with its growing problems in almost every area of life, seems to be moving in such a negative direction. Too often, we stand in our own way, and the more we get used to it, the less hopeful the future becomes. In this book, I pose a question to society as a whole: “Can’t we do better?” The future seems to be telling us actually; we already know that what we have achieved so far will not be enough to truly face what is coming.

An Excursion
That Saturday morning was foggy and cold. I hadn’t really slept during the night because I was so excited, and I was dead tired when Mum woke me up.
“Does it really have to be today?” I said, already thinking about my coach.
In my view, Mr Fiedler was a kind man. But once we were on the pitch and someone didn’t perform, he suddenly turned into a different person, and whatever he said was no longer kind.
Even though I was only eight years old, I often felt that his way of motivating us was quite a lot to put up with. His supposedly well-meant say-ings, such as “What doesn’t kill you makes you tougher…”, were clear enough even for our young minds but they didn’t necessarily make things easier.
I didn’t feel like having breakfast, but Mum insisted, and because I wanted to avoid any discussion that morning, I just let it happen.
“Have you packed everything your kit and your football boots?” she asked.
I thought for a moment, and with a distracted “Yes” I was already out the door.
We were supposed to meet at nine o’clock on the sports field in Neuburg. I had got into the habit of arriving a bit early whenever I could for meetings as well as for the start of school.
Some teachers reacted very harshly if pupils turned up late for any reason. Mr Fiedler was one of those strict teachers, and it was enough for me to watch how he tried to “motivate” those who came late with scoldings and extra homework to simply be on time.
He loved to quote his father, who had worked as a bricklayer, with the saying: “Five minutes early is a mason’s punctuality.”
We couldn’t bear to hear it anymore, but I had the feeling that, in a way, this approach did have its advantages. At least in that regard, I never had any trouble with him, and especially that morning it was going to stay that way.
After a good twenty minutes on my bicycle, I reached the sports field. Mr Fiedler, Matthias and Dirk were already there. As each boy arrived, he immediately asked whether everyone had brought their kit and their football boots.
It was the first official match for all of us, so all those questions were justified, as we would see later in the changing room.
This first match was a friendly against an old local rival, SG Zetor Benz. Despite our lack of ex-perience, the coach’s plan was clear: we, the team of Traktor Steinhausen, could only walk off the pitch as winners.
Traktor Steinhausen had been founded not just twelve years before SG Zetor Benz, but even a month before the German Democratic Republic itself. We could decide for ourselves which of those occasions felt more binding.
It didn’t really matter that, because of our age, we had a natural lack of interest in that kind of moti-vation. We just accepted it and told ourselves that it must be right.
By then the whole team had arrived and, to our surprise, we set off on time. Of course we had to cycle to the match. The journey turned out to be harder and longer than we had imagined. The fog and the cold simply wouldn’t lift, and we rode through unknown terrain on poor, tiring field and forest tracks.
Because of the fog, the whole area had a strange, slightly spooky look, and I thought of my Uncle Georg’s stories about cold and misty places from his time as a prisoner of war in Russia. A shiver ran down my spine, and I made twice the effort not to lose contact with the group.
Although we hadn’t gone very far perhaps five or six kilometres, I guessed I found it odd that I didn’t recognise the area so close to my home village. I decided that would have to change in the weeks after we came back.
“Come on, lads, let’s take a short break, otherwise you’ll collapse from weakness on the pitch,” called Mr Fiedler.
Despite our excitement, everyone agreed immediately.
It was quite an adventurous sight, the bikes we were riding. Apart from the coach’s bicycle, the picture was pitiful. Not a single bike still had its original parts; strange colour combinations and wildly assembled pieces of metal made us look like a rag-tag band of young adventurers.
At any moment there was a real chance that someone would break down because of a mechan-ical failure, and we might all end up arriving late for the friendly. Since only the coach knew the route, we simply had to rely on luck.
After roughly an hour we reached Benz. Even though, as in training, we were only going to play on half a pitch, the fog was so thick we couldn’t even see from one goal to the other. We already thought all this effort getting there had been for nothing.
Those doubts were unfounded, though, and after a short, subdued greeting between us and our opponents we went into the changing room, and the full glory of our equipment was revealed.
When I saw the football boots spread across the floor, I was immediately reminded of the break on the way there and the chaotic sight of the bicycles this was very similar. I thought of how difficult it had been to get proper football boots in Wismar. Mum and I had tried several times and eventually managed to awaken a sort of pity in one of the shop assistants. She gave us an important tip about a delivery due the following week.
Even if I hadn’t got the model I’d hoped for, at least I now had my first pair of football boots ly-ing in front of me.
Others, like Dirk, Günter and Bernd, must have been just as persistent with their parents in Wismar to force the same kind of luck in one of the two sports shops. Those who didn’t have to force anything usually had “connections”. We sadly didn’t.
Matthias, who of course also had new boots, was one of those lucky ones and liked to show it. The rest of the team wore various indoor shoes which were absolutely useless in that weather.
Mr Fiedler knew how hard it was to get hold of proper boots and turned a blind eye, fully aware that the pitch conditions would turn the match into a sliding contest and might cost us the victory he was counting on.
Things got even more colourful when it came to shirts, shorts and socks. We had two different sets, but because of poor coordination, almost half the boys had packed the red kit and the rest the blue.
Our coach was almost lost for words, but it was too late to change anything. Somehow it all fitted this particular day and, contrary to the slogan he had laid down “Only victory counts” it ended in a hefty defeat.
It was a slogan I would come across more than once in future.
We cycled back home tired and miserable because of the defeat along the same exhausting route. What we didn’t know yet and this was the only good outcome of the day was that we would never again travel to a match by bicycle.
The next day none of us even thought about football. Normally we met as often as possible just to kick a ball around, but the trip to Benz called for a break from the round leather. That suited me very well, because Bernd and Paul, my neighbours and playmates, kept being drawn into the different woods around us sometimes larger, sometimes smaller with small streams running through them that were perfect for exciting activities.
Paul was two years older than Bernd and me. Besides being good with his hands, he had clever ideas on how to make use of the landscape. The basic requirement was a minimum level of “armament”.
A knife was compulsory and essential if we wanted to put Paul’s ideas into practice. I was well equipped in that respect and proud of my knife, even though I had no idea where it had come from. To me it was practically an original from some cowboy film: the same handle as a Bowie knife, a small guard between blade and handle, and then a fifteen centimetre blade with a little “duck’s beak” at the tip.
I could use it not only for carving and we had a lot to carve but it had the right balance for throw-ing too, so that any enemy at a distance could easily be “dealt with”. Alongside the knife, we obviously needed a revolver, and the only option was to carve one.
Paul showed real talent, and Bernd and I just tried, somehow, to get close to his original.
The real challenge, however, came in “battle”. We always had to answer the same question when, hiding behind trees and bushes and lying in wait for the enemy, we fired a shot with a loud sound we made ourselves:
Was the other one hit or not?
We could argue about that brilliantly, and more than once we went our separate ways in a sulk. That never lasted long, though, and soon we were off on the next adventure.
We especially loved jumping over streams or small ravines. For this we carved poles about three metres long from willow branches and did our own kind of polevault. That wasn’t entirely without risk and sometimes meant wet clothes when we landed in the water or a sprained ankle and other bumps and bruises.
That simply came with the territory. After all, an “Indian” doesn’t feel pain.
Tree houses high up in the branches, dugout dens, small dams, headless chickens we tried to roast over an open fire there was always something going on. During the week, school meant we didn’t have time for long outings, so the huge barn in the middle of the village was just right for us.
Strictly speaking, we weren’t allowed to play there, but that didn’t bother us much. There was hardly any checking.
The barn was forty metres long, thirty metres wide and fifteen metres high at the ridge. It was conveniently located not far from our garden. Because of the timber construction and the crossbracing, it was easy to fasten ropes to it, and then we would swing through the barn and simply let ourselves drop.
Normally the barn was especially full of hay to the sides, and because the hay was constantly being taken out and added again, there were al-ways different heaps to fall or jump onto.
We did something similar just after the harvest, when loose hay was piled in stacks on the fields or bales of hay were stacked into great towers on the cooperative farm site.
We never ran out of possibilities. If the weather didn’t play along, we moved up to the hayloft above Paul and Bernd’s stable. Half the loft was crammed with hay, so we always had a backup plan.
The Village
Life in our village felt, to me, like life on an island. And even though I had never actually been on an island, I imagined it must have been much the same.
My world was essentially limited not least because my family didn’t have a car to a radius of about four kilometres. There was no real need to leave this “island”, because from my point of view our village had everything that was neces-sary: the local Konsum grocery shop, the culture house with the pub and dance hall on the ground floor, above it the rooms of the Kampfgruppe (the local paramilitary reserve), the agricultural coop-erative the LPG (state-run production coopera-tive) with its barns and stables, the post office, the furrier and, not least, the kindergarten where I had stayed until I started school.
We were, in fact, in the comfortable position that we had everything twice over, because very close by, separated only by a narrow strip of woodland, was our village’s “big brother”.
Together we were Neuburg-Steinhausen: we were Steinhausen, the others were Neuburg.
There was never any real rivalry between the vil-lages, but somehow, I always felt that we were a kind of appendix. That appendix, however, gave our football club its name and that, at least in our minds, put us back on an equal footing.
Neuburg was more beautiful. The layout of the village, with its varied landscape and the gentle ridges that, from the centre onwards, blended into wooded slopes, gave it a feeling of cosiness that I found incredible. One of these ridges in the mid-dle of Neuburg was the highest point and, over the years, had been turned into a place for village events.
Much like the old main fortress south of Wismar the one that gave the region its name, Mecklenburg there had once been a fortification here too, in distant times.
Nowadays there were no more battles against foreign tribes. The “battles” at the village festivals were more like competitions in drinking.
It must have had something to do with the history of this for centuries pagan, free people of Mecklenburg, who, as I learnt from Mr Fiedler in history lessons, had always been poor but had fought to the bitter end against being Christianised. There had been all the misery of serfdom, forced labour, the “right of the first night” and other torments. Even when serfdom was abolished in neighbouring Prussia, nothing changed in Mecklenburg for a long time.
I thought it might be this old, stillfelt misery, or the backwardness caused by neverending oppression, that led many people to cope with life only in a state of semi-permanent drunkenness. What-ever the reason whether it was the First of May as the “Day of the Working Class”, or any other cel-ebration
these excesses annoyed me, and they certainly weren’t good for us.
The absence of the large LPG complex and the stables inside Neuburg made it feel like a single, closed unit. The closeness between the newly opened school with its sports hall, the football pitch and the shops created, in my imagination, a perfect environment.
I had my “island” and looked forward to our first day at the new secondary school in September 1974, proudly carrying the obligatory name “Rosa Luxemburg”.
My father worked in the LPG in our village and, as the head of the workshop, he was responsible, among other things, for the technical side of the vehicle fleet.
I loved visiting him there, even though the dirty surroundings were, at first sight, rather off putting. The tractors, trailers, harvesters and all sorts of other vehicles were like magnets to me.
To me it was almost incomprehensible how my father could dismantle an engine into all its individual parts and then put it back together again.
I asked myself why a workshop manager had to work at all and not just supervise his employees.
Father never really answered that question. I assumed he simply enjoyed his work and that was why he helped with the dirty jobs himself.
The floor of the huge workshop was covered entirely with a mixture of engine oil and fine sandy dust. Along the whole row of windows stood workbenches side by side; in the rest of the hall there were different workstations with heavy tools openended and ring spanners in enormous sizes and metal trays for drained gearbox or engine oil. Scattered among this apparent chaos were spare parts for all the machines being repaired or serviced.
With his army-style peaked cap and black, oilstained overalls, my father looked almost like a figure from a war film, and I loved watching him at work.
His speciality seemed to be seized-up engines. With a huge chain hoist, he would lift the engines out of their housings and lower them onto metal stands on the workshop floor. Bit by bit he loosened the individual parts until the pistons lay on the bench in front of him and he could start analysing the problem.
“Dad, what are you going to do with that part now?” I asked.
He tried to explain the secrets of engine technology to me in simple terms, describing in detail what the piston rings revealed, where the critical spots were inside the cylinder, and how painstaking it was to clean and smooth the worn surfaces with the simplest of tools like a razor blade.
I was impressed and proud, and at the same time I couldn’t help thinking of my friend Michael, whose father was headmaster of the secondary school in Neuburg.
I wondered whether he could do something like this too. Our fathers and the worlds they repre-sented were so completely different that I caught myself asking how we could even be friends.
That thought disappeared quickly when the hall door opened and the chairman of the LPG walked in. My father signalled to me that I should go, so I pretended I had only dropped by to ask a quick question.
I didn’t like Mr Bräuer and gave him only a brief greeting before saying goodbye to my father. His daughter, Petra, was in my class, and because I liked her, I could never quite understand how she could have such an unsympathetic father.
Not long before, he had thrown me off a tractor on the LPG yard. My father happened to come by and got into a fierce argument with him about his behaviour. Of course, Mr Bräuer was in the right, strictly speaking, but I had the feeling there were other reasons for the heated exchange too.